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Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
06.09.2019
Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
PwC: Unternehmen fehlt umfassende Strategie zur digitalen Ethik

Digitale Ethik zählt laut Analysten zu den Top-Technologiethemen des Jahres 2019 – doch der Trend ist in vielen deutschen Unternehmen noch nicht angekommen: Lediglich jede zweite Firma sieht sich selbst in puncto digitale Verantwortung als gut oder sehr gut aufgestellt. Noch kritischer schätzen die Unternehmen ihren allgemeinen Stand der Digitalisierung ein – nur 33 % geben sich gute Noten. Ausgesprochen zufrieden sind die Entscheider dagegen mit ihrer Aufstellung hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit, wie 82 % bestätigen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Erhebung zum Thema „Digitale Ethik“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 300 Unternehmen ab einer Größe von 50 Mitarbeitern befragt wurden. Wie gut Unternehmen im Bereich digitale Ethik abschneiden, ist aber auch branchenabhängig. So stuft sich etwa die Pharmaindustrie, traditionell eine stark regulierte Branche, als gut aufgestellt ein, wie 74 % der Befragten bestätigten. Schlusslicht ist hingegen die Konsumgüterbranche mit lediglich 42 % Zustimmung. Die größten Herausforderungen sehen die Unternehmen darin, dass ihnen das Personal mit den entsprechenden Kompetenzen fehlt (56 %) und dass es innerhalb der Organisation an Bewusstsein für die Bedeutung des Themas mangelt (51 %). Dass digitale Ethik direkten Einfluss auf das eigene Unternehmen hat, sehen die Befragten durchaus. So wirkt sich Digitalethik etwa bereits auf den Umgang mit sensiblen Informationen wie Mitarbeiter- oder Kundendaten (85 %) und die IT-Sicherheit (78 %) aus. Immerhin 62 % bestätigen einen Einfluss auf die Unternehmenskultur, und 59 % beziehen Fragen der digitalen Verantwortung auch bei strategischen Entscheidungen ein. Den Wert der Transparenz gegenüber Mitarbeitern, Kunden und anderen Stakeholdern bekräftigen 59 % der Entscheider. Zu dieser Einschätzung passt auch, dass das Thema innerhalb der Organisation hoch angesiedelt ist: Mit digitaler Verantwortung befasst sich v. a. die Führung auf C-Level, wie 59 % der Befragten bestätigen. Einen speziellen Beauftragten für digitale Ethik haben bisher allerdings nur 19 % der Unternehmen eingestellt. Obwohl die Unternehmen die Relevanz der digitalen Ethik erkennen, agieren sie bislang in der Praxis eher zögerlich. Die Mehrheit setzt zwar die Richtlinie zum Datenschutz und Umgang mit personenbezogenen Daten um (78 %) und hat Richtlinien zur Transparenz im Hinblick auf digitale Themen formuliert (57 %). Doch genau die fehlt den meisten Unternehmen: Lediglich 24 % verfügen über ausformulierte Standards zu Fragen der digitalen Ethik, die als Leitplanke bei Unternehmensentscheidungen dienen können, und ein ebenso geringer Anteil hat eine ausformulierte Digitalstrategie mit Ausführungen zur digitalen Verantwortung. Wenn es um die Einhaltung der Regelungen geht, vertrauen 75 % darauf, dass die Mitarbeiter Verstöße melden können. 67 % setzen auf Anlagen zum Arbeitsvertrag und 54 % auf interne Schulungen. Unternehmen, die gegen ethische Grundsätze verstoßen, laufen Gefahr Kunden – und damit Marktanteile – sowie Mitarbeiter zu verlieren. Den größten Einfluss bei der Etablierung eines digitalen Wertegerüsts hat dennoch der Gesetzgeber, das bestätigen 73 % der Unternehmen. Erst an zweiter Stelle nehmen Kunden (68 %), an dritter Stelle Mitarbeiter (60 %) Einfluss.

(PM PwC vom 4.9.2019)

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