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Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
12.04.2018
Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
EU-Kommission/EIF: EU-weiter Risikokapitaldachfonds fördert innovative Start-ups

Die Europäische Kommission und der Europäische Investitionsfonds (EIF) haben ein Programm für einen europaweiten Risikokapitaldachfonds (VentureEU) aufgelegt, um Investitionen in innovative Start-up- und Scale-up-Unternehmen in ganz Europa zu fördern. Am 10.4.2018 gaben die Kommission und der EIF die sechs teilnehmenden Fonds bekannt, die EU-Unterstützung für ihr Investitionsvorhaben am europäischen Risikokapitalmarkt erhalten. Die Fonds werden mit EU-Mitteln in Höhe von 410 Mio. Euro  unterstützt und sollen bis zu 2,1 Mrd. Euro an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisieren. Im Gegenzug wird dies voraussichtlich zu Neuinvestitionen in Höhe von schätzungsweise 6,5 Mrd. Euro in innovative Unternehmen in ganz Europa führen, sodass sich das derzeit in Europa verfügbare Risikokapital verdoppelt. Wenngleich Risikokapital unerlässlich für eine funktionierende Kapitalmarktunion ist, ist dieser Markt in Europa bislang unterentwickelt. 2016 investierten Risikokapitalgeber rund 6,5 Mrd. Euro in der EU gegenüber 39,4 Mrd. Euro in den USA. Überdies verfügen Risikokapitalfonds in Europa über zu wenig Mittel (durchschnittlich 56 Mio. Euro gegenüber 156 Mio. Euro in den USA). Folglich siedeln diese Unternehmen in Wirtschaftssysteme um, wo sie bessere Chancen auf ein rasches Wachstum haben. In der EU waren Ende 2017 nur 26 Unternehmen als „Einhorn“ (Marktbewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar) eingestuft, während es in den USA 109 und in China 59 solcher Unternehmen gab. Durch VentureEU werden neue Finanzierungsquellen erschlossen, durch die europäische innovative Unternehmen die Möglichkeit erhalten, zu wachsen und sich so an der Weltspitze zu etablieren. Rund 1 500 Start-up- und Scale-up-Unternehmen in der gesamten EU dürften hiervon profitieren. Die EU wird Ankerinvestitionen in Höhe von bis zu 410 Mio. Euro tätigen, davon 67 Mio. Euro an EIF-Eigenmitteln. Diese Investitionen setzen sich zusammen aus 200 Mio. Euro aus dem Horizont-2020-Programm InnovFin Equity, 105 Mio. Euro aus dem COSME-Programm (EU-Programm für kleine und mittlere Unternehmen) und 105 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) im Rahmen des sog. Juncker-Plans. Die darüber hinaus benötigten Finanzmittel werden von den ausgewählten Fondsverwaltern überwiegend bei unabhängigen Anlegern mobilisiert. Die sechs Fonds werden Engagements in einer Reihe kleinerer Investitionsfonds eingehen und jeweils Vorhaben in mindestens vier europäischen Ländern fördern. Diese Investitionsfonds werden dazu beitragen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Midcap-Unternehmen verschiedener Wirtschaftszweige zu finanzieren, z. B. in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Digitales, Biowissenschaften, Medizintechnik, Ressourcen- und Energieeffizienz. Die EU-Investitionen in VentureEU werden von dem EIF unter der Aufsicht der Kommission verwaltet und praktisch von sechs professionellen und erfahrenen Fondsverwaltern umgesetzt, die einen durchgehend marktbasierten Ansatz verfolgen.

(EU Aktuell vom 10.4.2018)

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